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Die MyPrepaid-Kreditkarte: Warum diese Kreditkarte vor allem für Jugendliche interessant und etwas speziell ist…

Kreditkarten-Ratgeber.de am 5. November 2014

Mit MyPrepaid vertreibt die PayCenter GmbH mit Hauptsitz in Freising sowie einer Zweigstelle in Stuttgart eine Prepaid-Kreditkarte, die sich vornehmlich an Kinder und Jugendliche richtet. Eine formale Höchstaltersgrenze für die Beantragung der Kreditkarte besteht nicht, einige Besonderheiten wie der Jugendschutz zeigen jedoch deutlich an, dass Erwachsene nicht die eigentliche Zielgruppe dieses Angebots darstellen.

Bei der Karte handelt es sich um eine Mastercard. Ein Hinweis zur Einlagensicherung findet sich nicht auf der Webseite zur Karte (www.myprepaid.de), sondern ausschließlich auf der allgemeinen Homepage des Emittenten (www.paycenter.de). Dieser besagt, dass alle Einzahlungen in voller Höhe vor einem Verlust bei einer Insolvenz des Anbieters geschützt sind. Karteninhaber können die MyPrepaid-Kreditkarte jederzeit ohne Einhalten einer Frist kündigen und bekommen das zum Zeitpunkt der Kündigung vorhandene Guthaben auf ihr Konto überwiesen. Ein Entgelt für die Rücküberweisung wird nicht erhoben.

PayCenter vermarketet die MyPrepaid-MasterCard speziell als Kreditkarte für Schüler und Jugendliche (Screenshot www.myprepaid.de am 05.11.2014)

PayCenter vermarketet die MyPrepaid-MasterCard speziell als Kreditkarte für Schüler und Jugendliche (Screenshot www.myprepaid.de am 05.11.2014)

Die Grundvoraussetzungen für den Erhalt der Kreditkarte

Für die Mastercard MyPrepaid ist ein Mindestalter von lediglich sieben Jahren erforderlich, wobei Minderjährige aus rechtlichen Gründen die Zustimmung der Eltern benötigen. Zusätzlich verlangt der Aussteller für die Legitimierung den Besitz eines eigenen Girokontos. Ein solches wird von mehreren Geschäftsbanken unter Begriffen wie Taschengeldkonto oder Junior-Konto angeboten.

Eine Schufa-Anfrage unterbleibt ebenso wie die Mitteilung der Kartenausstellung an die Kreditsicherung, da MyPrepaid eine reine Guthabenkarte ist. Der Kunde kann somit nur den Betrag nutzen, den er zuvor als Guthaben aufgeladen hat. Die Beantragung der Karte erfolgt online. Das Postident-Verfahren ist nicht erforderlich, da die Legitimierung durch die erstmalige Einzahlung über das eigene Girokonto erfolgt.

Die Kosten der Kreditkarte MyPrepaid

Das Jahresentgelt für die Kreditkarte MyPrepaid beträgt lediglich 10,00 Euro. Wer anstelle des Grunddesigns ein Kartendesign nach eigenen Wünschen wählt, bezahlt für diese Extraleistung zusätzlich 10,00 Euro, wobei dieser Betrag alle drei Jahre beim routinemäßigen Austausch der Karte erneut fällig wird.

Für den Einsatz der MyPrepaid-Kreditkarte außerhalb des Euro-Währungsraumes wird kein Auslandseinsatzentgelt fällig. Bei der Abhebung von Bargeld an Geldautomaten berechnet der Emittent der MyPrepaid-Karte kein eigenes Entgelt, sondern belastet dem Karteninhaber exakt die vom Automatenbetreiber erhobenen Kosten. Das Guthaben auf dem MyPrepaid-Kreditkartenkonto wird nicht verzinst, was angesichts der niedrigen Höchstaufladesumme verschmerzbar ist.

Abgesehen vom Jahrespreis i.H.v. 10 EUR ist bei der MyPrepaid Kreditkarte nahezu alles kostenlos (Screenshot des Preis- und Leistungsverzeichnisses unter www.myprepaid.de/fee/showFeeOptional am 05.11.2014)

Abgesehen vom Jahrespreis i.H.v. 10 EUR ist bei der MyPrepaid Kreditkarte nahezu alles kostenlos (Screenshot des Preis- und Leistungsverzeichnisses unter www.myprepaid.de/fee/showFeeOptional am 05.11.2014)

Zahlungen mit der Kreditkarte

Entgegen der bei Kreditkarten und auch bei Prepaid-Kreditkarten weithin üblichen Gepflogenheit erfolgt die Bezahlung beim Einsatz der Karte im Geschäft nicht mittels einer Unterschrift, sondern erfordert die Eingabe der PIN. Diese erfahren Neukunden im Online-Bereich ihres Kreditkartenkontos.

Zahlungen im Internet sind mit der MyPrepaid-Kreditkarte selbstverständlich ebenfalls möglich. Die Karte ist eine Mastercard, die in Deutschland und in anderen europäischen Ländern ebenso wie die Visa Card in vielen Geschäften akzeptiert wird. Auch auf anderen Kontinenten sind zahlreiche Akzeptanzstellen der Mastercard zu finden.

Der Jugendschutz bei MyPrepaid

Die Jugendschutzfunktion verhindert, dass die Benutzer der MyPrepaid-Kreditkarte für junge Menschen ungeeignete Produkte und Dienstleistungen mit ihrer Karte bezahlen. Grund für seine Einrichtung ist, dass der Emittent speziell junge Menschen ab einem Alter von sieben Jahren als Zielgruppe für die Karte ansieht. Erwachsene können die Karte ebenfalls bestellen, die Jugendschutzfunktion lässt sich allerdings nicht abschalten. Somit können auch volljährige Karteninhaber nicht jugendfreie Produkte nicht mit ihrer MyPrepaid-Kreditkarte bezahlen. Die praktische Umsetzung erfolgt über die Sperrung von Händlern, die ausschließlich oder überwiegend Produkte für Erwachsene anbieten und nicht konkret über die tatsächlich gekauften Waren.

Der Anbieter weist auf seiner Homepage selbst darauf hin, dass der Jugendschutz den Kauf nicht jugendgerechter Gegenstände bei vornehmlich ohne Altersbeschränkung erhältlichen Produkten anbietenden Händlern nicht sicher unterbinden kann. Ein weiteres Instrument des Jugendschutzes besteht in einer Begrenzung der maximal möglichen Aufladesumme auf 300,00 Euro. Die geringe Grenze verhindert, dass Kinder und Jugendliche mit zu hohen Geldbeträgen umgehen. Sie erscheint bei langfristigen Maßnahmen wie einem Schüleraustausch als gering, allerdings ist eine erneute Aufladung jederzeit möglich.

Für wen eignet sich die MyPrepaid-Kreditkarte?

Angesichts der geringen maximalen Aufladung und der Einschränkungen möglicher Zahlungen durch die Jugendschutzfunktion eignet sich die MyPrepaid-Kreditkarte für erwachsene Nutzer nur bedingt, auch wenn das Jahresentgelt von lediglich zehn Euro für eine Prepaid-Kreditkarte ungewöhnlich niedrig ausfällt. Kostenlose Prepaidkarten sind wie die Wüstenrot-Kreditkarte häufig mit dem Zwang verbunden, ein Girokonto bei der ausstellenden Bank zu unterhalten.

Ein Mindestalter von lediglich sieben Jahren gilt nur für wenige Prepaid-Kreditkarten, viele Aussteller verlangen ein solches von zwölf bis vierzehn Jahren. Bei wenigen Emittenten ist sogar die Volljährigkeit Pflicht für den Erhalt einer Kreditkarte auf Guthabenbasis, auch wenn der Gesetzgeber diese nur bei herkömmlichen Karten vorschreibt, da Minderjährige keine Kredite erhalten dürfen.

Die Beantragung der MyPrepaid-Kreditkarte durch Erwachsene mit negativer Schufa ist dank der nicht erfolgenden Bonitätsanfrage möglich. Betroffene finden allerdings leicht Kreditkartenanbieter, die eine höhere Aufladung als dreihundert Euro ermöglichen und zugleich keine Nutzungseinschränkungen wegen des Jugendschutzes vornehmen.

Vorteilhaft ist die Karte für volljährige Menschen, welche die Nutzung ihrer Prepaid-Kreditkarte für Einzahlungen bei Anbietern von Glücksspielen und Sportwetten ausschließen wollen. Die entsprechenden Seiten fallen selbstverständlich unter die Einschränkungen des Jugendschutzes, sodass dort keine Zahlungsvorgänge über die MyPrepaid-Kreditkarte abgewickelt werden können.

Auch für erwachsene Kartennutzer positiv ist der Verzicht auf das Auslandseinsatzentgelt, dessen Erhebung bei den meisten Prepaid-Kreditkarten erfolgt. Der Emittent beschreibt ausführlich, welche Gründe für die Aushändigung einer Kreditkarte an Kinder und Jugendliche sprechen. Er weist vor allem darauf hin, dass unbare Zahlungsmittel in Zukunft stärker als heute Verwendung finden werden, sodass junge Menschen ihre Nutzung frühzeitig einüben sollen.

Mit Zustimmung der Eltern kann die MyPrepaid-Guthaben-Kreditkarte für Kinder ab 7 Jahre ausgestellt werden und auch als Taschengeldkonto dienen. (Screenshot myprepaid.de am 05.11.2014)

Mit Zustimmung der Eltern kann die MyPrepaid-Guthaben-Kreditkarte für Kinder ab 7 Jahre ausgestellt werden und auch als Taschengeldkonto dienen. (Screenshot myprepaid.de am 05.11.2014)